Klimaanlagen – die heimlichen Klimakiller

Fliegen, Autofahren, hoher Heizenergieverbrauch: Alles bekanntermaßen mitverantwortlich für den globalen Klimawandel. Aber Klimaanlagen doch nicht, oder doch?

Aufgrund erhöhter Temperarturen steigen die Absatzzahlen bei Klimageräten weltweit an. Laut des Geschäftsführers der Internationalen Energieagentur (IEA) Fatih Birol beträgt der Anteil am Stromverbrauch durch Klimageräte bereits rund 10 Prozent – Tendenz steigend. Nach seinen Angaben werden weltweit jede Sekunde zehn neue Klimaanlagen verkauft. Trotz verbesserter Technologie gehen Experten von einem stark steigenden Strombedarf in den nächsten Jahren aus.

Dass ausgerechnet Klimageräte einen gewichtigen Anteil beim Stromverbrauch ausmachen, ist alarmierend. Ein vermehrtes CO2-Aufkommen  trägt zum Klimawandel bei  – was wiederum zu einer erhöhten Nachfrage nach weiteren Klimageräten führt.  Eine Abwärtsspirale beginnt. Es gibt  inzwischen Geräte am Markt, die aufgrund von Invertertechnologie (Drehzahlregelung) über 50 Prozent an Strom sparen können, jedoch verursachen die Geräte dennoch ein  CO2-Aufkommen im dreistelligen (!) Kilogrammbereich. Dies hängt vom Gerät (mobile Kleinklimageräte oder Splitgeräte), aber auch von den Betriebsstunden ab. Trotzdem erhalten Klimageräte mit Invertertechnik einen Effizienzausweis der Klasse A, da sie im Vergleich zu anderen Klimageräten weniger Strom verbrauchen. Den faktischen Verbrauch nimmt der Kunde oft nicht mehr zur Kenntnis. Im Gegenteil: Oftmals wird eine Klimaanlage sogar zum Status-Symbol eines modernen „Smart Home“. „Man muss sich das einmal vorstellen:“, erklärt Stromberater Dr. Udo Bonn von Klima(+)Oldenburg, „Wenn man von einem Verbrauch von 300-500 Kilowattstunden im Jahr ausgeht, dann entspricht dies rund 150-250 kg CO2. Dass ist mit dem Jahresverbrauch einer effizienten Kühl-Gefrier-Kombination plus Waschmaschine plus Spülmaschine zu vergleichen!“ 

Aber es geht auch anders, um die derzeit rund 30 Hitzetage gut zu überstehen. Ohne große Investitionen und ohne zusätzliche Belastung des Klimas:

- Abdunkelung der Räume, Vermeidung direkter Sonneneinstrahlung (Fenster mit Vorhängen, Jalousien oder dergleichen abschatten oder Balkone mit Decken verdunkeln)

- Eliminierung vorhandener Wärmequellen (zum Beispiel Lampen, Computer, Netzteile ziehen…)

- Fenster in den heißen Stunden geschlossen halten

- nachts oder am frühen Morgen gut lüften

- Ventilatoren einsetzen

Zwar benötigen Ventilatoren auch Strom (in der Regel zwischen 20-50 Watt), jedoch stellt dies nur einen Bruchteil des Stromverbrauchs von Klimageräten dar. Bei 50 Watt und 500 Betriebsstunden sind dies nur 25 kWh (also rund 12,5 kg CO2).

Um langfristig gegen heiße Sommertage gerüstet zu sein, empfiehlt sich eine gute Gebäudedämmung, moderne Verglasung und gegebenenfalls eine Fassadenbegrünung .

Wer seine private Ökobilanz verbessern will, steigt am besten direkt auf Ökostrom um. Dieser liegt preislich heutzutage auf dem Niveau des Standard-Strommixes. So lässt sich das CO2-Aufkommen bilanziell um über 90 Prozent reduzieren. Und wenn man natürlich seine eigene PV-Anlage auf dem Dach hat, muss sich um die Klimaschädlichkeit des eigenen  Stromverbrauchs keine so großen Sorgen mehr zu machen, je nachdem, wie viel Strom er tatsächlich selbst einsetzt.

Weitere Informationen zum Thema Klimaschutz, eigene Stromerzeugung und Stromeinsparung finden Sie hier auf der Seite.

Hier finden Sie auch alle Informationen zum kostenlosen Oldenburger Strom-Check. Dieser wird neuerdings auch telefonisch angeboten.

Weitere Informationen und Beratungstermine erhalten Sie im Fachdienst Umweltmanagement der Stadt Oldenburg bei Herrn Dr. Udo Bonn unter Telefon: 0441 235-3486 oder per E-Mail: energie(at)stadt-oldenburg.de